Welches ist der schwerste Studiengang?

Die Frage nach dem schwersten Studienfach ist unter Studierenden gerne mal ein Thema für eine hitzige Diskussion in der Mensa oder im Café. Zweifellos haben die allermeisten Antworten darauf einen sehr subjektiven Charakter und deshalb stellt sich die Frage, wie sie halbwegs nachvollziehbar beantwortet werden kann?

Man könnte zum Beispiel die Abbrecherquoten heranziehen, die vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung herausgegeben werden. Allerdings sagen diese Zahlen per se noch nichts über das schwerste Studienfach aus. Denn hier schwanken die Abbruchquoten zwischen 8% (Medizin) und bis zu 40% (Maschinenbau), wobei diese Spannbreite sich kaum mit einem objektiv unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad eines Studienganges erklären lässt.

Außerdem wird tendenziell von der Mehrheit der Lehrenden an den Fakultäten die Meinung vertreten, dass ein gewisser Umfang an Studienabbrechern als normal anzusehen ist und nicht vollkommen vermieden werden kann. In dieser Hinsicht ist ein Studienabbruch als ein Ausdruck für die Orientierungssuche der Studierenden zur fachlich-beruflichen Entscheidungsfindung zu sehen.

Da die Abbruchquoten also nur bedingt Aufschluss über die Schwierigkeit eines Studiengangs geben, wird man schnell bei den persönlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium landen. Zweifellos hängt es sehr von den persönlichen Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen ab, inwieweit ein Studiengang als schwierig empfunden wird. Darauf soll jedoch später nochmals eingegangen werden. Vorab sollen hier einige Studienfächer dargestellt werden, die gemeinhin als besonders schwer gelten:

  1. Jura
    Praktisch unangefochten stehen die Rechtswissenschaften (Jura) an der Spitze der inoffiziellen Charts der schwierigsten Studiengänge. Insbesondere die konsequente Anwendung des Gutachtenstils und das hohe Lernpensum zur Verinnerlichung (trockenes Auswendiglernen) von unterschiedlichen Rechtsauffassungen und fachspezifischen Begrifflichkeiten stellt viele Studierende vor große Herausforderungen. Diese wachsen meist dann noch, wenn in der Klausur diese Gutachten geschrieben werden müssen und die verinnerlichten Begriffe und Theorien auf den jeweiligen Fall angewendet werden müssen. In ähnlicher Weise ist bei den Hausarbeiten und natürlich auch bei den Abschlussarbeiten zu argumentieren. Die Durchfallquoten in den Prüfungen sind dementsprechend hoch bis sehr hoch. Neben den schwierigen Inhalten und der damit verbundenen juristischen „Denkweise“ sind aber auch die Prüfungsbedingungen Extraklasse: Allein für die beiden Staatsexamen sind insgesamt 19 fünfstündige Klausuren zu bewältigen.
  2. Medizin
    Ganz vorne im Rennen liegt auch der Studiengang Medizin. Unberechtigt ist dies nicht, ist doch das Lernpensum während des Medizinstudiums enorm. Wer hier nicht von Beginn diszipliniert sein Studium angeht, scheitert fast unweigerlich an der Fülle des Lehrstoffes. Hinzu kommt, dass die Lernfelder eine hohe Spannweite aufweisen. Zu nennen sind dabei beispielsweise Anatomie, Biochemie, Pharmazie oder Physik. Diese breite Palette stellt für viele an sich schon eine große Hürde dar, im weiteren Verlauf des Studiums kommen zeitintensive Praxissemester dazu. So verbringen die jungen Mediziner das letzte Studienjahr ausschließlich im Krankenhaus und werden so in den klinischen Alltag eingebunden und mit diesen vertraut gemacht. Spätestens in dieser Phase kann eine grundlegende Entscheidung anstehen, nämlich, ob man die richtige Profession und Berufung tatsächlich gefunden hat oder nicht. Um als „waschechter“ Mediziner bzw. Arzt durchzugehen, schreiben die meisten Absolventen nach ihrem Medizinabschluss eine Doktorarbeit, die wiederum viel Disziplin und Organisationstalent erfordert, um Studium und medizinischen Berufsausübung unter einen Hut zu bringen, wenngleich die medizinische Dissertation als eine vergleichsweise „schmale“ Doktorarbeit gilt.
  3. Maschinenbau
    Ein weiterer Titelaspirant für den schwierigsten Studiengang sind die Ingenieursstudiengänge, v.a. das Studium des Maschinenbaus. Neben dem leider immer noch wahren Klischee, dass sich kaum Frauen für diesen Studiengang begeistern lassen, sind die hohen Durchfall- und Abbruchquoten augenscheinlich. Die Schwierigkeit liegt hier für viele Studierende darin, dass in den ersten (sehr theoretischen) Semestern Teilgebiete der Mathematik, der Physik und anderer Naturwissenschaften ausführlich behandelt werden, was selbst guten Abiturienten in diesen Fächern regelmäßig große Schwierigkeiten bereitet. Vor allem Mathematik scheint hier das größte Hindernis darzustellen, denn viele Studierende brechen das Studium wegen der Mathematikkurse ab. Zwar setzen viele Universitäten mittlerweile auf Vorbereitungs- oder Intensiv-Kurse, um Defizite zu reduzieren, was aber noch nicht zu durchschlagenden Erfolg geführt hat, da offenbar bereits während des Erwerbs der Hochschulreife (Gymnasium) grundlegende Lücken entstehen. Kommt dann noch das hohe Lernpensum im Rahmen des Maschinenbaustudiums hinzu, kann das individuelle Zeitmanagement und die persönliche Motivation schnell in die Knie gehen.
  4. Pharmazie
    Als mindestens so schwierig wie das Medizinstudium gilt das Pharmaziestudium. Selbst Studenten der Pharmazie, die eine Vorausbildung zum Pharmazeutisch-Technischen-Assistenten erfolgreich abgeschlossen haben, stoßen im anschließenden Studium auf teilweise unüberwindbare Schwierigkeiten und scheitern an diesen. Die Arbeitsbelastung gilt als sehr hoch, das Erreichen der Regelstudienzeit ist eher selten, das Studium weist einen großen praktischen Anteil auf, die Studierenden verbringen viel Zeit in den Laboren. Jedoch liegt die Abbruchquote im Pharmazie-Studium ähnlich wie im Medizinstudium eher niedrig.
  5. Psychologie
    Die Psychologie erhebt ebenfalls den Anspruch darauf, einer der schwierigsten Studiengänge zu sein. Dies könnte allerdings auch daran liegen, dass manche Psychologiestudenten mit falschen Vorstellungen an das Fach herangehen. Psychologie ist eben keine Geisteswissenschaft, sondern eine empirische Wissenschaft, dementsprechend ist der statistische Anteil sehr hoch. Unerwarteterweise müssen die Studierenden sich dann in den ersten theoretischen Semestern mit Grundlagenmathematik herumschlagen, gepaart mit sehr abstrakten Theorien. Viele dieser Theorien bzw. deren Beiträge in der Fachliteratur sind auf Englisch verfasst, was zur Erschwernis beitragen kann.

Wie eingangs erwähnt, ist mit dieser (nicht vollständigen) Auflistung die Frage nach dem schwierigsten Studiengang kaum zu beantworten, da es von den individuellen Voraussetzungen abhängt, inwieweit diese Schwierigkeiten tatsächlich als gravierend wahrgenommen werden oder sich auswirken. Dabei kann es sinnvoll sein, sich eingehend beraten zu lassen, z.B. von der Arbeitsagentur oder den Beratungsstellen der Hochschulen, um eine Entscheidung für ein individuell geeignetes Studium zu treffen.

In dem jedem Fall ist ein gutes Zeitmanagement, eine gut durchdachte Arbeitsorganisation, eine hohe Eigenmotivation sowie eine gesunde Portion Ehrgeiz ein wesentlicher Erfolgsfaktor für diese aber auch alle anderen Studiengänge. Diese Faktoren sollten umso mehr vorhanden sein, wenn ein Studium berufsbegleitend absolviert wird.

Hürde wissenschaftliche Texterstellung

Wenn es an das Verfassen einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit (wie einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation) geht, kann erfahrungsgemäß das beste Zeitmanagement und die höchste Eigenmotivation an ihre Grenzen stoßen. Denn dann muss das inhaltlich vorhandene Fachwissen anhand einer überzeugenden Fragestellung in einen kohärenten Text einfließen, mit vorhandenen Theorien abgeglichen und mit relevanter Literatur belegt werden. Nicht immer gelingt das, was schlimmstenfalls das ganze Studium gefährden kann. In solchen Fällen stehen unsere wissenschaftlichen Ghostwriter und Schreibcoaches zur Verfügung und unterstützen Sie bedarfsgenau und individuell.

 

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