Wer einen derartig vollmundigen Anspruch formuliert und diesen auch noch konsequent umsetzt, darf sich getrost auf die Schulter klopfen. Damit gehört er laut einer Studie zu den nur 2% der Menschen, die niemals etwas aufschieben, sondern alles sofort erledigen!
Meistens aber wird daraus eher ein „ok, zwar nur ein bisschen geschafft, aber ab morgen erledige ich wirklich absolut alles“. Natürlich wird auch dieses gegebene Versprechen kaum eingehalten werden können, mit der Folge einer sich langsam einstellenden Frustration.
Dabei kennt ständiges Aufschieben wichtiger Aufgaben jede und jeder. Von den Betroffenen und ihrer Umgebung wird dies oftmals als Willensschwäche oder gar als Faulheit ausgelegt. Es gibt sogar einen wissenschaftlich klingenden Fachbegriff für die „Aufschieberitis“, sie nennt sich Prokrastination und beschreibt pathologisches Aufschiebeverhalten.
Gerade bei Studierenden scheint die Aufschieberitis überdurchschnittlich hohe Ausmaße anzunehmen. Laut diverser Untersuchungen prokrastinieren zwischen 70-80% der Studenten, etwa 75% betrachten sich dabei selbst als notorische Aufschieber. Bei einem erheblichen Anteil nehmen die Erscheinungsformen der Prokastination sogar problematische Ausmaße an. Diese äußern sich u.a. durch subjektive Belastungen, die das psychische und körperliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen können.
Im Extremfall sind die Studierenden dann nicht mehr in der Lage, ihre Abgabetermine für wissenschaftliche Seminararbeiten oder Abschlussarbeiten einzuhalten. Dadurch sind lange Jahre des Studierens gefährdet. Betroffen scheinen davon vor allem berufsbegleitende Studierende, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Studium unterschätzen.
Liegt tatsächlich Prokrastination vor, hat dies aber nichts mit einer besonders ausgeprägten Faulheit zu tun. Vielmehr gilt Prokrastination als eine ernsthafte Störung der Selbststeuerung, die sich sowohl auf private Alltagsaktivitäten als auch auf schulische, akademische und berufliche Tätigkeiten erstrecken kann und diese negativ beeinflusst. Um sie diagnostizieren und „heilen“ zu können, sollte professionelle psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden. So bietet beispielsweise die sogenannte Prokrastinationsambulanz der Universität Münster therapeutische Diagnose und Hilfe.
Ab wann die „Aufschieberitis“ ein Problem darstellt, das behandelt werden sollte, lässt sich jedoch nicht grundsätzlich festlegen und hängt ganz von der individuellen Wahrnehmung und Leidensfähigkeit ab.
Wie lässt sich eine permanente Prokrastination in den Griff bekommen?
In den meisten Fällen dürfte eine geringer ausgeprägte Form mangelnder Selbststeuerung vorliegen, die sich mit der Beherzigung folgender einfacher fünf Empfehlungen in den Griff bekommen lässt.
- Ermitteln der Ursachen
Um permanentem Aufschieben entgegen zu wirken, sollten zunächst die individuellen Ursachen ermittelt werden. Warum werden Aufgaben immer wieder beiseitegeschoben, obwohl damit nur eine kurzfristige Erleichterung verbunden ist, meist aber vor allem ein schlechtes Gewissen? Liegt es am persönlichen Stressgefühl? Liegt es an der Aufgabe selbst? Helfen kann dabei ein sog. Arbeitstagebuch, in dem exakt notiert wird, was zu tun ist und was wann erledigt wird. Meist können damit bereits Verhaltensmuster und ihre Ursachen erkannt werden. Diese können im fehlenden oder falschen Zeitmanagement liegen, in mangelndem Organisationsvermögen, Versagensängsten oder generell der Erkenntnis, dass z.B. die Studieninhalte keinen Spaß machen oder man sich schlichtweg im falschen Beruf befindet.
2. Ablenkungen vermeiden
Wenn die Konzentration und die Motivation fehlen, sind Ablenkungen perfekt für persönliche Rechtfertigungen. Nur mal schnell die Whatsapp-Nachrichten checken, TikTok-Videos scrollen etc., bevor man loslegt, erst mal Musik zur Entspannung hören, noch schnell die neue Folge von Big Bang Theory gucken oder noch kurz Staubsaugen… Sorgen Sie daher in Ihrem Umfeld dafür, dass Sie das Ablenkungspotenzial so gering wie möglich halten. Schalten Sie vor allem Ihr Handy ab!
3. Richtige Prioritäten richtig setzen
Es ist leichter, sich nicht von Ablenkungen beeinflussen zu lassen, wenn die Prioritäten richtig und klar gesetzt sind. Nicht alles ist gleich wichtig. Dies sollte sich auch entsprechend im Arbeitstagebuch wiederfinden, untermauert mit realistischen Fristen.
4. Sich selbst belohnen
Belohnungen wirken stärker motivierend als Bestrafungen. Die meisten Eltern kennen diesen Zusammenhang aus der Erziehung ihrer Kinder. Doch auch für sich selbst trifft dies zu. Nicht immer jedoch erhält man Belohnungen für Geleistetes aus seinem privaten, beruflichen oder akademischen Umfeld. Umso wichtiger können dann Belohnungen sein, die man sich selbst gönnt. Auch wenn es vielleicht nur Kleinigkeiten sind, wie z.B.
- wenn ich diese Aufgabe erledigt habe, sehe ich mir eine Folge von Big Bang Theory an.
- wenn ich das getan habe, gehe ich noch ins Eiscafé.
5. Kein Multitasking
Es gibt sie durchaus, die Ansicht, dass jemand, der alles gleichzeitig macht, besonders effizient sei. Das Gegenteil ist meistens der Fall. Multitasking ist der größte Feind Ihrer Konzentration und damit auch Ihres gelingenden Zeitmanagements. Das Lesen eines wissenschaftlichen Fachbuches neben dem laufenden Fernseher oder das Schreiben einer mail, während man telefoniert, bringt auf Dauer selten gute Ergebnisse. Konzentrieren Sie sich daher auf eine einzige Aufgabe und anschließend auf die nächste. Insbesondere bei schwierigen Aufgaben ist Ihre ganze Aufmerksamkeit gefragt.
Diese Empfehlungen können Ihnen dabei helfen, sich besser zu organisieren und ein pathologisches Aufschieben gar nicht erst entstehen zu lassen.
Hilfe für Bachelorarbeit wenn es nicht vorangeht
Falls Sie trotz dieser Empfehlungen doch Hilfe bei Ihrer Bachelorarbeit benötigen, wenden Sie sich an uns. Als professioneller akademischer Schreibservice kennen wir die Problemlagen von Studierenden sehr gut. Wir beraten Sie unverbindlich, welche die für Sie passende Lösung wäre. So wird Ihre Bachelorarbeit doch noch rechtzeitig fertig.
