Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Texte entstehen, wie Wissen vermittelt und überprüft wird. Auch in der Welt des akademischen Schreibens und auch des Ghostwritings ist sie längst angekommen. Wer sich auf das Abenteuer Ghostwriting einlässt, steht heute vor einer neuen Herausforderung: Wie erkennt man in Zeiten automatisierter Textproduktion noch seriöse Anbieter, die wissenschaftlich sauber (manuell) Texte erstellen?
KI kann helfen, Ideen zu strukturieren, Sprache zu verbessern und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. Doch sie kann ebenso dazu führen, dass Qualität, Originalität und Verantwortung auf der Strecke bleiben. Genau hier entscheidet sich, ob eine Dienstleistung professionell oder beliebig ist.
1. Künstliche Intelligenz als Werkzeug, nicht als Autor
KI-Systeme können Texte generieren, Argumentationslinien vorschlagen oder sprachliche Fehler korrigieren. Ein seriöser Anbieter nutzt diese Möglichkeiten, ohne den menschlichen Anteil zu verdrängen. KI unterstützt, sie schreibt aber nicht.
Professionelle Autoren und Coaches verstehen die Technik als Werkzeug, das den kreativen und analytischen Prozess erleichtert. Sie behalten die Kontrolle über den Inhalt, prüfen jeden Vorschlag kritisch und garantieren, dass die geistige Leistung beim Menschen liegt. Daher wird auch in Zeiten von KI die Wertschöpfung eines Ghostwriters vor allem darin liegen, zwar KI als Informationsquelle zu nutzen, jedoch die wissenschaftliche Texterstellung, die Quellenüberprüfung und Zitierung manuell vorzunehmen, auch vor dem Hintergrund, dass KI bekanntermaßen dazu neigt zu „halluzinieren“ und beispielsweise Quellen erfindet.
2. Rechtliche Rahmenbedingungen und Verantwortung
Datenschutz und Vertraulichkeit
Viele KI-Tools arbeiten cloudbasiert. Wer dort unveröffentlichte Abschlussarbeiten oder sensible Kundendaten eingibt, riskiert einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Seriöse Anbieter nutzen daher ausschließlich datenschutzkonforme Anwendungen oder interne Systeme. Sie klären ihre Kunden transparent über Datenverarbeitung und Speicherung auf und sichern Verschwiegenheit vertraglich zu.
Urheberrecht und Transparenz
KI-generierte Texte sind urheberrechtlich nicht geschützt, da ihnen die menschliche Schöpfungshöhe fehlt. Das bedeutet, dass nur der menschliche Autor oder Coach die Verantwortung trägt. Wird KI unkenntlich verwendet, kann dies im akademischen Bereich als Täuschung gewertet werden. Da mittlerweile auch KI-Detektionssysteme ausgereifter sind, ist es beispielsweise an Universitäten oder Verlagen üblich, eingereichte Texte neben einer Plagiatsprüfung auch einer KI-Detektion zu unterziehen. Entsprechende Tools erkennen KI-typische Formulierungen und führen zu einem auffälligen Prüfergebnis. Obwohl hier nicht selten auch falsch-positive Ergebnisse zu Tage treten und die Beweiskraft der Ergebnisse umstritten ist, können diese zur Ablehnung einer Einreichung führen, ähnlich wie bei einem positiven Plagiatstest.
Im Zusammenhang mit einer unzulässigen KI-Nutzung ist zunächst wichtig festzuhalten, dass Tools wie z.B. Turnitin, GPTZero oder Originality.ai keine tatsächliche Herkunftsprüfung durchführen, sondern auf statistischen Wahrscheinlichkeiten beruhen. Sie bewerten Texte anhand von Merkmalen wie Vorhersagbarkeit, Satzrhythmus, Wortwahl und stilistischer Homogenität. In der wissenschaftlichen Literatur wird zunehmend darauf hingewiesen, dass diese Verfahren hohe Fehlerraten (False Positives) aufweisen, insbesondere bei akademischen Texten, die naturgemäß sehr formal, strukturiert und gleichmäßig geschrieben sind. Mehrere Studien (u. a. Elkhatat et al., 2023; Weber-Wulff et al., 2023; PubMed 2024; Fastrac 2024) zeigen, dass diese Tools regelmäßig auch rein menschlich verfasste Texte als KI-generiert einstufen. Originality.ai weist sogar darauf hin, dass akademische Texte bei ihnen besonders häufig falsch-positive Ergebnisse liefern. Das zeigt, dass das Ergebnis nicht als Nachweis einer tatsächlichen KI-Verwendung interpretiert werden kann.
Es scheint bei vielen Anbietern auch ein Problem mit der deutschen Sprache zu geben, da die Modelle primär mit englischsprachiger Literatur trainiert werden (z.B. 2304.02819).
Im Netz finden sich zudem viele Beschreibungen, die bei den beiden Anbietern „überraschende“ Ergebnisse vorfinden, wie zum Beispiel folgende:
Originality AI – recent experiences? : r/freelanceWriters
False positive with AI Detection tools – personal statement : r/gradadmissions
Originality.AI thinks my Content is AI Generated even though it is not.
How many people have been severely impacted by AI detector false positives? : r/freelanceWriters
Is GPTZero Legit? : r/PromptEngineering
GPTZero keeps calling my essay AI when it’s literally me : r/CollegeEssays
GPTZero is useless – by James O’Sullivan
Um es auf die Spitze zu treiben: Selbst die US-Verfassung wird teilweise als KI-generiert betitelt aufgrund ihres formalen Aufbaus: AI wrote the US Constitution, says AI content detector | by Michelle Harwood | Medium.
Während also bei einem positiven Plagiatsergebnis klar dargelegt werden kann, ob und wie ggfs. eine unzulässige Übernahme geistigen Eigentums erfolgt ist, stellt sich dies bei einem positiven KI-Ergebnis deutlich schwieriger dar. Wie soll ein Autor darlegen, dass er keine KI benutzt hat, obwohl das Ergebnis der KI-Detektion vermeintlich eindeutig ausfällt?
Hier bleibt oftmals nur die komplette manuelle Umformulierung bzw. Neuerstellung des Textes, um die relative Häufigkeit typischer KI-Formulierungen zu reduzieren.
Eine saubere manuelle wissenschaftliche Texterstellung ist daher die beste Garantie für einen einwandfreien akademischen Text. Seriöse Anbieter einer wissenschaftlichen Texterstellung werden daher niemals KI-generierte Texte an den Kunden übergeben oder den Einsatz von KI transparent nachvollziehbar machen und zu erklären, in welchem Umfang sie als Hilfsmittel verwendet wurde.
3. Qualitätsstandards verantwortungsvoller Anbieter
Vertrauenswürdige Anbieter von Schreibdienstleistungen arbeiten nach klaren Grundsätzen:
- Transparenz: Sie übergeben keine KI-erstellten Texte an Kunden oder geben offen an, ob und wie KI eingesetzt wurde, ggfs. auch gemäß der jeweiligen Richtlinien einer Hochschule oder eines Verlags
- Kontrolle: Jeder Text wird von erfahrenen Lektoren geprüft, bevor er an den Kunden übergeben wird
- Qualitätssicherung: Inhalte werden grundsätzlich nicht maschinell erstellt und übernommen, sondern haben eine menschliche Urheberschaft
Diese Standards sind nicht nur rechtlich wichtig, sondern schützen auch den Ruf der Anbieter und ihrer Kunden.
4. Wie man seriöse Anbieter erkennt
Gerade in Zeiten von KI fällt es schwer, die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Viele Plattformen werben mit günstigen Preisen oder angeblich „KI-gestützten Premiumtexten“, die sich letztlich als automatisierte Massenware entpuppen, die akademischen Standards bei näherer Prüfung kaum gerecht wird.
Wer einen guten menschlichen Ghostwriter sucht, sollte auf klare Qualitätsmerkmale achten und bei der Entscheidung für einen seriösen Anbieter auf folgende Kriterien Wert legen:
- Transparente Kommunikation: Ein seriöser Anbieter garantiert eine menschliche Urheberschaft, erklärt wer schreibt, wie gearbeitet wird und welche Tools ggfs. eingesetzt werden.
- Fachliche Kompetenz: Er beschäftigt erfahrene Akademiker, die nach wissenschaftlichen Standards arbeiten.
- Vertragliche Sicherheit: Datenschutz, Nutzungsrechte und Zahlungsbedingungen sind nachvollziehbar geregelt.
- Individuelle Betreuung: Statt anonymer Textproduktion gibt es persönliche Ansprechpartner und klare Prozesse.
- Nachvollziehbare Arbeitsweise: Der Kunde kann Zwischenstände einsehen und Feedback geben, das kostenfrei eingearbeitet wird.
Ein professioneller Anbieter macht keine unrealistischen Versprechen und liefert vor allem keine KI-generierten Texte. Er bietet ein persönliches, verantwortungsbewusstes Vorgehen, bei dem Technologie allenfalls unterstützend, aber nie dominierend wirkt.
5. Ethik und Vertrauen als Qualitätsmerkmale
Der Einsatz von KI stellt nicht nur technische, sondern auch moralische Fragen. Wo endet Unterstützung im akademischen Schreiben, wo beginnt Täuschung? Diese Abgrenzung bleibt zentral.
Seriöse Anbieter setzen daher auf ethische Leitlinien. Gute Ghostwriter erstellen ihre Texte selbst, dokumentieren ihren Arbeitsprozess und wahren Vertraulichkeit. Wer seine Kunden ehrlich über Möglichkeiten und Grenzen von KI informiert, schafft langfristiges Vertrauen und hebt sich deutlich von jenen ab, die mit schnellen Ergebnissen und minimalem Aufwand werben.
Buchempfehlung „Ghostwriter – die Person hinter den Machern“
Eine vertiefte rechtliche und ethische Analyse des Ghostwritings und seiner Zukunft im Zeitalter der KI findet sich im Buch „Ghostwriter – Die Person hinter den Machern“ von Rechtsanwalt Sebastian Geidel.
6. Fazit: Verantwortung als Wettbewerbsvorteil
KI wird den Schreibmarkt und die Branche des Ghostwritings dauerhaft verändern. Doch die entscheidende Frage bleibt, wie Menschen mit dieser Technologie umgehen. Wer sich auf Ghostwriting einlässt, sollte nicht nur auf den Preis achten, sondern auf Qualität, Transparenz, Menschlichkeit und fachliche Kompetenz.
Sollten Sie Fragen dazu haben, kontaktieren Sie uns gerne.
