Das eigene Paper in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlichen

Um die eigene akademische Reputation zu steigern, ist die Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Papers immer noch das Maß aller Dinge. Auch für eine erfolgreiche Promotion ist in der Regel die Veröffentlichung in einer akademischen Fachzeitschrift (Journal) erforderlich. Kumulative Promotionen bestehen in der Regel sogar aus mehreren Veröffentlichungen.

Im Laufe der letzten 10 Jahre haben wir eine Vielzahl an wissenschaftlichen Publikationen begleitet, sei es mittels der Erstellung kompletter akademischer Paper auf Grundlage der Vorarbeiten von Kunden oder im Rahmen der Bewältigung von Revisions-Prozessen (Peer-Review). Daher können wir sagen, das Publizieren von akademischen Papern ist meist ein aufwendiger Prozess. Egal wie hoch oder niedrig das Ranking des Journals ist, leicht ist es bei keiner Fachzeitschrift und dementsprechend auch kein Selbstläufer. 

Nicht immer geht es darum, die eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die wissenschaftliche Welt zu tragen, um damit den Forschungshorizont der akademischen Community zu erweitern. Häufig muss einfach im Rahmen der eigenen Promotion eine bestimmte Häufigkeit von veröffentlichten wissenschaftlichen Papern nachgewiesen werden. 

Publizieren im Rahmen des DBA

Auch für die eher praxisorientierte Promotion im Rahmen des Doctor of Business Administration (DBA) sind wissenschaftliche Publikationen vorgesehen. Meist sollen im Rahmen der entsprechenden Doktorarbeit die Ergebnisse der eigenen Studie in einem Paper komprimiert und im akademischen Kontext vorgestellt werden. Selbst wenn die komplette Doktorarbeit schon so gut wie fertig ist, so kann doch die erfolgreiche Publikation des oder der darauf basierenden Paper die entscheidende Hürde sein. Zudem gibt es unterschiedlich strenge Anforderungen an die Auswahl der jeweiligen Journals, je nachdem, an welcher Hochschule der DBA erworben wird und was die Anforderungen der Prüfer sind.

Auswahl des akademischen Journals

Der Auswahl des Journals kommt für die Ausrichtung des Artikels und damit der Erfolgswahrscheinlichkeit der Veröffentlichung eine wichtige Rolle zu. Ein Thema bzw. Artikel, der nicht zur Ausrichtung und dem Qualitätsverständnis des Journals passt, hat schlechte Chancen auf Veröffentlichung.

Je höher der sog. Impact-Faktor, desto höher die wissenschaftliche Reputation, da Artikel, die dort erscheinen, besonders häufig auch in anderen Journals zitiert werden. Allerdings liegt die Ablehnungsquote bei angesehenen Journals bei oft mehr als 90 Prozent.

Daher kann es gerade für angehende Promovierenden besser sein, sich eher auf Journals zu konzentrieren, die zwar einen niedrigeren Impact-Faktor haben, aber dafür eingereichte Beiträge eher akzeptieren. Diese Vorgehensweise kann  vor allem dann sinnvoll sein, wenn nicht zwangsläufig die eigene wissenschaftliche Reputation im Vordergrund steht, sondern das Bewältigen des Promotionsprozess bzw. das Abschließen der Doktorarbeit für den beruflichen Kontext.

Manchmal gibt es auch sog. Call for Papers, wenn z.B. ein Journal einen bestimmten Forschungsschwerpunkt ansetzt und hierfür Beiträge sucht. Der Vorteil eines solchen Special Issues ist, dass der Veröffentlichungsprozess schneller gehen kann. Auch Absagen werden meist schneller mitgeteilt.

Außerdem kann es sein, dass für eine Promotion der Doktorvater oder die Doktormutter vorgibt, in welchem Journal veröffentlicht werden soll. Wer Publikationen in höher gerankten Journals vorweisen kann, hat hier Vorteile. 

Einreichen des Papers

Die Verfahren zur Einreichung bei einem Journal sind standardisiert, je nach konkreter Fachzeitschrift. Häufig werden die Beiträge auf einer Plattform hochgeladen, manchmal auch per Mail verschickt. Dabei sollte sich strikt an den jeweiligen redaktionellen Richtlinien (Autors Guidelines o.ä.) orientiert werden. Auch ein sog. Cover-Letter an den Herausgeber, in dem man erklärt, welches Ziel die Studie verfolgt und was herausgefunden wurde, kann hierbei hilfreich sein, auch wenn er vielleicht nicht explizit verlangt wird.

Die Antwortzeiten der Journals können unterschiedlich lang sein. Manchmal dauert es nur Wochen bis zu einer Antwort und sei es nur eine vorläufige, dass der Artikel an den Reviewer weitergereicht wurde zur weiteren Beurteilung. Dass ein Artikel ohne größere Nacharbeiten oder Beanstandungen akzeptiert wird, kommt dagegen eher (sehr) selten vor.

Peer-Review-Prozess

Entscheidend für die erfolgreiche Publikation ist das Bewältigen des Review-Prozesses. Bei Konferenzen gibt es meist nur eine Peer-Review-Runde mit 2-4 Gutachten, die darüber entscheiden, ob ein wissenschaftliches Paper akzeptiert oder abgelehnt wird.

In Journals dauert der Review-Prozess tendenziell länger. Je angesehener das Journal ist, desto mehr Review-Schleifen gilt es zu bewältigen. Oftmals verursachen die angeforderten Überarbeitungen der Reviewer sogar deutlich mehr Aufwand als die vorherige Erstellung des Artikels an sich. Nicht selten können solche Review-Prozesse auch ein Jahr oder länger dauern (bei Konferenzen ist die Dauer naturgemäß kürzer).

Die Reaktionen der Gutachter im Review-Prozess lassen sich in vier Schwerpunkte unterteilen:

  • Bei einem Revise Resubmit räumt das Journal noch eine Chance auf Veröffentlichung des Papers ein. Dieses muss jedoch grundlegend überarbeitet und verbessert werden und wird dann im Rahmen eines komplett neuen Prozesses, ggfs. mit neuen Reviewern, nochmals begutachtet. In diesem Fall sollte überlegt werden, ob dies zeitlich und im Rahmen des Beitrages überhaupt möglich ist oder ob man das Paper lieber gleich woanders einreicht.
  • Sind größere Nachbesserungen bzw. Revisionen (Major Revisions) verlangt, wünschen die Gutachter meist noch weitere oder zusätzliche Daten und Interpretationen zur Studie. Eine solche Nachbearbeitung kann sehr zeitaufwendig und mühsam sein.
  • Bei sog. Minor Revisions genügen meist kleinere Änderungen. Dabei muss eine Liste von Punkten der Gutachter abgearbeitet werden, in denen beispielsweise bestimmte Konkretisierungen oder auch nur kleinere formale Änderungen abgearbeitet werden sollen. Diese sollten auch tatsächlich Punkt für Punkt abgearbeitet werden, dies auch für den Fall, dass gute Gründe dagegen sprechen, einzelne Dinge nicht wie gewünscht zu ändern. Hier sollte dann allerdings gut begründet werden, warum man sich dagegen entschieden hat.
  • Es kann auch sein, dass Reviewer den Artikel komplett verwerfen und auch gar keine weiteren Überarbeitungen anfordern. Dann sollte man sich auf andere evt. weniger hoch gerankte Journals konzentrieren, da ansonsten wohl die gesamte Studie neu aufgesetzt bzw. ein komplett neuer Artikel verfasst werden müsste, um nochmals zugelassen zu werden.

In der Regel bedarf es für eine erfolgreiche Publikation, dass eine eigene empirische Studie oder zumindest ein Meta-Review durchgeführt wurde. Theoretische Arbeiten werden eher seltener angenommen, außer sie leisten einen erheblichen Erkenntnisbeitrag im jeweiligen Fachgebiet oder Forschungskontext.

In den vergangenen Jahren haben wir viele unserer Kunden dabei begleitet, ihre Themen, Texte und Studien so weiterzuentwickeln, dass sie den Anforderungen von Journals entsprechen und als wissenschaftliche Paper veröffentlicht werden.

Die Fachbereiche, in denen wir am häufigsten unterstützen, sind Medizin und Gesundheitswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, (Wirtschafts)Informatik, Erziehungswissenschaften, Geographie und Biologie.

Unsere Autoren und Autorinnen haben große Erfahrungen in der Publikation von wissenschaftlichen Beiträgen. Sie haben selbst erfolgreich und häufig publiziert und arbeiten teilweise als Gutachter von Journals in Peer-Review-Verfahren. Sie wissen, worauf es ankommt. Wenn auch Sie von diesen Erfahrungen profitieren möchten und Ihr Thema oder Paper publikationsreif machen möchten, wenden Sie sich gerne an uns.

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